Die Erziehung...mit
und Verstand :
Die Erziehung eines Hundes sollte schon im Welpenalter beginnen. Ein guter Start hierfür kann eine gute Welpenschule sein. Dort kann man bei Interesse mit seinem Hund unter fachlicher Anleitung und Anwesenheit von Artgenossen, alle möglichen Gehorsamkeitsübungen spielerisch erlernen und später bei Eignung auch die Begleithundeprüfung ablegen. Doch die beste Hundeschule hilft nichts, wenn der Besitzer im häuslichen Umfeld die Erziehung nicht wahrnimmt. Eine der wichtigsten Befehle die ein Hund erlernen muss, ist das : HIER oder KOMM HER...bei Ruf zu seinem Besitzer zurückzukehren. Dies ist im Zusammenleben Mensch - Hund Beziehung und in unserer oft nicht ungefährlichen Umwelt lebensnotwendig, das sollte unser Hund ohne Wenn und Aber erlernen, hierfür verzichte ich gerne auf Dinge wie : PLATZ, SITZ, GIB PFÖTCHEN .... diese Befehle sind eine gute Beschäftigung wenn es um das Lernen geht, doch das : KOMM oder HIER ist durch nichts zu ersetzen, gerade beim Windhund !
Aber warum ist und bleibt dann das prompte Kommen auf Ruf das größte Problem fast aller Hundebesitzer ?
Und warum kommen so viele Hunde sofort im eigenen Zuhause, nur draußen klappt es mit dem Gehorsam so gar nicht ?
Weil wir menschlich denken, der Hund aber instinktiv handelt und die Signale, die wir aussenden, oft missversteht.
Solange sich der Hund in unserer Nähe aufhält, ist für uns alles in Ordnung.
Wenn er aber losstürmt, die befahrene Straße anpeilt, eine heiße Spur aufnimmt oder sich in einen Pulk anderer Hunde stürzt, bekommen wir Panik und wir rufen ihn.
Kommt der Hund, leinen wir ihn sofort an.
Kommt er nicht, rennen wir ihm hinterher, was bleibt uns auch anderes übrig ?
Oder wir rufen nochmal, und nochmal ... werden hektisch, schnell und laut.
Einige Menschen gibt es, die dann, wenn ihr Vierbeiner endlich vor ihnen steht, ihrem Ärger noch lautstark Luft machen und den schwanzwedelnden Hund mit Vorwürfen überschütten.
Und was folgert der Hund?
Zuerst signalisiert ihm die laute vorwurfsvolle Stimme, dass irgendwas faul ist und das steigert seine Fluchtgedanken nur noch mehr.
Kommt er, weil der laute Schrei ihn hat erschreckt, lernt er schnell, dass daraufhin der ganze Spaß ein Ende hat, denn er wird angeleint und getadelt, lernt folglich dadurch dass er durch sein Kommen seinen Menschen in höchste Aufregung versetzt hat.
Ein Teufelskreis, aus dem Mensch und Hund nur wieder herausfinden, wenn der Mensch sich ändert, denn der Hund kann das nicht. Sonst wird das Nichtkommen bei ihm zur Gewohnheit.
Das Folgen, das Kommen ist allen Hunden angeboren, Rudelverhalten. Auch den notorischen Jägern, und Streunern. Sie brauchen nur einen Grund zu kommen. Suchen Sie nach einem Gelände, dass der Hund nicht kennt, das so gut wie Wild- und Autofrei sein sollte, bestücken Sie sich mit vielen winzigen Leckerbissen, Spielzeug und eine Hundepfeife.
Leinen Sie Ihren Hund ab und hüllen Sie sich ab sofort in Schweigen. Laufen Sie aber zügig, ohne ihn zu beachten. Wechseln Sie die Richtung, das Tempo, bleiben Sie zwischendurch stehen und tun Sie so als ob Sie irgendetwas auf dem Boden suchen. Tun Sie so, als würden Sie den Hund ignorieren.
Entfernt er sich weiter als einen Meter, gehen oder rennen Sie sofort in die Gegenrichtung, wobei Sie ein einziges Mal, knapp und kurz seinen Namen und "HIER" rufen, etwa zeitgleich einmal pfeifen.
Laufen Sie unbedingt weiter, auch wenn der Hund Sie ignoriert und rufen Sie kein zweites Mal. Erst wenn er hinter Ihnen herläuft oder an Ihnen hochspringt, loben Sie ihn mit einem kurzen "BRAV", stecken ihm einen Leckerli zu. Machen Sie die Spaziergänge für den Hund so spannend, dass ihm gar nichts anderes übrig bleibt, als Ihnen auf den Fersen zu bleiben. Spielen Sie, verstecken Sie sich, rennen Sie ihm weg oder untersuchen Sie intensiv eine Wurzel, einen Grasbüschel.
Wenn das Kommen in unbekannter Gegend ohne Ablenkung gut klappt, können Sie sich auf bekanntes Gebiet zurück wagen. Aber nur dann, wenn Ihr Hund auf Ihren Ruf auch kommt. Rufen Sie ihn lieber zu früh ab, als wenn er schon losgestürmt ist. Ist er erst einmal mitten im Spiel mit anderen Hunden, lassen Sie ihn spielen, bis Sie merken, dass sein Blick sich Ihnen zuwendet. Dann erst kommt Ihr knappes "HIER" eventuell mit Pfeife und damit verbunden Ihr Weitergehen mit flottem Schritt. Und kommt ihr Hund, ein flüchtiges Lob, ein nebenbei zugesteckter Happen, ein fröhliches Spiel mit dem Hund.
Wenn Sie wirklich konsequent bleiben, wenn Sie die Nerven haben, auch dann vom Hund weg zu laufen wenn dieser scheinbar taub auf beiden Ohren ist, haben Sie bald, was Sie sich immer gewünscht haben: Einen Hund, der auf Ruf an Ihrer Seite ist. Weil er weiß, dort erwarten ihn Spiel, Spaß und Leckerbissen. Und weil "Beim-Rudel-Bleiben" Hunden angeboren ist.
Diese Fehler müssen Sie unter allen Umständen vermeiden:
Leinen Sie den Hund nie sofort an wenn er endlich kommt
Schimpfen oder strafen Sie ihn nie bei seiner Ankunft
Rufen oder pfeifen Sie nie öfter als ein einziges Mal
Rennen Sie ihrem Hund niemals hinterher
Rufen Sie den Hund niemals, wenn er voll auf etwas anderes konzentriert ist
Warten Sie nicht nach Ihrem Ruf sondern gehen Sie schnellen Schrittes weiter
Machen Sie sich ruhig mal unsichtbar und lassen ihren Hund nach Ihnen suchen
Es klingt komplizierter als es ist, doch es klappt ! Weil beim Rudel bleiben dem Hund angeboren ist, wird er ihnen folgen und Sie vergessen nie das Lob und Spiel mit ihrem Hund, das macht Sie letztendlich zum besten Freund ihres Vierbeiner‘s !